Digitalisierung

 Digitalisierung

Digitalisierung mal durch die Brille!

Wir leben die Digitalisierung mit jedem Atemzug und in unserer täglichen Arbeit begegnen wir Menschen aller Art, die die Digitalisierung ebenfalls leben möchten, jedoch nicht wissen, wo sie anfangen sollen. Wir begegnen Menschen, die von links und rechts “Tipps zur Digitalisierung” bekommen – welche jedoch häufig nichtssagend sind.

Unser Ziel ist es Euch mal die Denkanstöße zu vermitteln, die Ihr braucht, um die Digitalisierung erfolgreich zu meistern – ohne den ganzen Schnickschnack drumherum.

Im folgenden Artikel zeigen wir Euch auf, was Digitalisierung allgemein bedeutet, wie sie viele menschen betrifft und in welchen Bereichen Ihr handeln müsst.

Augen auf: Die Digitalisierung ist nicht mehr aufzuhalten!

Machen wir uns nichts vor: Wir leben in einer Zeit, in der viele Dinge, die wir aus früheren Science Fiction-Filmen kennen schon längst Realität geworden sind.
Der technologische Fortschritt hat in den letzten zehn Jahren ganze Branchen von Grund auf verändert.

Führt Euch mal vor Augen:

  • Der weltweit größte Anbieter für Übernachtungen, Airbnb, besitzt keine Hotelzimmer
  • Das weltweit größte Handelsunternehmen, Alibaba, hat kein Warenlager
  • Das weltgrößte Media-Unternehmen, Facebook, schreibt keinen eigenen Content und da sind wir auch beim Datenschutz & Werbung!
  • Die weltgrößte Taxi-Firma, Uber, besitzt keine eigenen Taxis

Der Erfolg dieser Plattformen hat sich nicht angekündigt. Er kam radikal und rasant und – Achtung – der technologische Fortschritt vollzieht sich immer rasanter!

30 Jahre, die die Welt verändern – oder – “Zurück in die Zukunft” würde heute doppelt so viel Spaß machen

Erinnert Ihr euch an Marty Mc Fly? In “Zurück in die Zukunft” reiste er aus dem Jahr 1985 in das Jahr 1955. Er erlebte eine andere Welt: Eine Welt ohne TV-Geräte, ohne Woodstock und ohne Wörter wie “Butthead”. Das war amüsant, keine Frage, aber wäre der Film heute entstanden und McFly würde zurück ins Jahr 1985 reisen – der Film würde doppelt so viel Spaß machen. Die Unterschiede der Welten, beide rund 30 Jahre auseinander,  sind gewaltig größer: 1985 gab es keine Smartphones, keine selbstfahrenden Autos, kein Internet und keine sprechenden digitalen Assistenten zu Hause.

Das mag lustig sein, aber das Beispiel zeigt: Der technologische Fortschritt vollzieht sich mit immer höherer Geschwindigkeit. Diese Geschwindigkeit ist für uns Menschen schwer vorstellbar, da wir es gewohnt sind linear zu denken. Technologischer Fortschritt vollzieht sich jedoch exponentiell.

Was heute von marktführenden Unternehmen noch als Nische unterschätzt wird, kann morgen schon die Leittechnologie sein, von der sie überrollt werden. Denkt nur mal an die Geschichte des Videoverleihers Blockbuster:

Über zwei Jahrzehnte dominierte den US-Markt für den Videoverleih. Das Unternehmen ignorierte den Online-Videoverleih Netflix jahrelang, da dieser eine unbedeutende Nische bediente: Online-Streaming. Das Management von Blockbuster wollte abwarten, bis die Nische groß genug sei, damit sich ein Einstieg lohnte. Das Problem: Die Nische wuchs schneller als sich das Unternehmen darauf einstellen konnte. Es wurde förmlich vom Markt überrollt. Netflix wuchs zu einem Giganten, der heute mit über 79 Mrd. US$ (Stand Juli 2017) bewertet ist. Blockbuster hingegen meldete 2010 Insolvenz an.

Unterschätzt nicht die Geschwindigkeit, mit der sich technologischer Fortschritt vollzieht! Diese Geschwindigkeit zu begreifen, ist so immens wichtig!

technology growth

Die zwei Grundsätze der Digitalisierung

Grundsatz 1

Alles was digitalisiert werden kann, wird digitalisiert werden!

Das klingt nach Zukunft, aber es geschieht schon jetzt mit einer unglaublichen Geschwindigkeit: IBM Watson – ein Computer, kein Anwalt – kann heute schon akuratere Antworten auf einfache Rechtsfragen geben als ein ausgebildeter Anwalt, Autos, Reisebüros, Buchhaltung, Check-In-Schalter, Chirurgie. Für die Digitalisierung gibt es kein “Aber für manche Aufgaben braucht es immer einen Menschen” – nein, alles was digitalisiert werden kann, wird digitalisiert werden!

Grundsatz 2

Digitalisierung geschieht mit einer radikalen Geschwindigkeit!

Die Digitalisierung wartet nicht auf uns, bis wir bereit sind sie anzugehen. Sie kommt von heute auf morgen ohne Wenn und Aber. Der digitale Wandel vollzieht sich schneller als uns lieb ist. Unternehmen, die diese Geschwindigkeit nicht mitgehen, werden vom Markt verschwinden. So einfach ist das!

Digitalisierung generell

Viele Unternehmen werden massiv von der Digitalisierung betroffen sein, im positiven wie auch im negativen Sinne! Warum? Weil viele von drei Dingen leben: Glücklichen Kunden, Glücklichen Mitarbeitern und effizienten Prozessen.

Die Digitalisierung bewirkt Paradigmenwechseln in allen diesen drei Bereichen. Zunächst verändert die Digitalisierung den Anspruch der Kunden an die Unternehmen. Gleichzeitig verändert sie die Wege, wie diese Kunden gewonnen und gehalten werden. Parallel dazu verändert die Digitalisierung nicht nur den Anspruch der Mitarbeiter an die Unternehmen, sondern den gesamten Arbeitsmarkt gleich mit. Diesen Veränderungen im Bereich Kunden und Mitarbeiter kann nicht mit bestehenden (und bewährten) Prozessen in Unternehmen begegnet werden. Aber auch dafür hält die Digitalisierung etwas bereit: Neue Prozesse, bessere Prozesse, um Kunden zu gewinnen und zu binden und um Mitarbeiter zu sourcen, zu motivieren und so den Fortbestand der Unternehmen zu sichern.

Kernbereich 1: Kunden

Kunden verändern sich

Die Digitalisierung verändert das Kundenverhalten. Altbekannte Maßnahmen zur Kundengewinnung und -bindung greifen nicht mehr. Kunden verhalten sich nicht mehr so, wie Sie es gewohnt sind. Facebook, Twitter, Snapchat, WhatsApp, YouTube und sonstige Social Media Kanäle ermöglichen es Ihren Kunden sich zu jedem Zeitpunkt von jedem Ort der Welt zu jeder Dienstleistung und zu informieren und ihre Erfahrungen zu teilen!

Wir müssen bedenken: 75% der Informationen über Marken sind von Nutzern generiert! Ihre Kunden – nicht Sie als Berater – sind das Sprachrohr Ihres Unternehmens!

Ihre Kunden werden in Zukunft immer sicherer mit Technik umgehen können. Allein deswegen, weil Technik immer stärkeren Einzug in ihr privates Umfeld erhält. Diese Technik ist immer intuitiver zu bedienen – denkt nur mal an das iPhone. Und sollte es doch einmal zu Problemen kommen, können ihr euch 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche an einen Support wenden oder bekommt Bestellungen kostenfrei und ohne Fragen umgetauscht.

Das Problem (oder für die Cleveren auch die Chance): Diesen Anspruch hat der Kunde auch, wenn er nicht im privaten Wohnzimmer, sondern im Büro sitzt. Und zwar an Sie als Unternehmer! Werdet Ihr diesen Ansprüchen nicht gerecht, verlieren verliert Ihr den Kunden.

Karl-Heinz Land, seineszeichen “Digital Darwinist & Evangelist” hat dieses immer stärker werdende Kundenverhalten wunderschön zusammengefasst. Er nennt dies die “Alles-sofort-überall-Mentalität”:

neuland

Ich
Der Kunde will wertgeschätzt werden (“Früher war der Kunde König – heute fordert er es auch ein”). Wenn er merkt, dass er nicht wertgeschätzt wird, ist er schon beim Wettbewerber. Zudem möchte er maßgeschneiderte Angebote bekommen und nur kontaktiert werden, wenn er seine Erlaubnis gegeben hat.

Alles
Der Kunde erwartet stets hohe Qualität, niedrige Preise und einen guten Service. Also alles auf einmal.

Sofort
Er erwartet kurze Reaktionszeiten und unmittelbare Kontaktaufnahme. Er ist schließlich für seinen Chef auch ständig erreichbar.

Überall
Er erwartet überall kontaktiert zu werden, unabhängig von Zeit, Raum und Kanälen (sofern er, Achtung!, darum gebeten hat!)

An diesem neuen Kundenverständnis werden die meisten Unternehmen zu Grunde gehen. Einige werden hierdurch jedoch einen unglaublichen Kundenvorteil kreieren und aus dem Markt hervorstechen.

Die Gunst der Kunden ist eine Währung, die im Zuge der Digitalisierung immer härter wird! Einmal verspielt, ist Ihr Unternehmen dem Untergang geweiht.

Kernbereich 2: Mitarbeiter

Der Arbeitsmarkt verändert sich

Nicht nur Eure Kunden verändern sich, nein, auch bei euren eigenen Mitarbeitern ändern sich die Paradigmen. Es wächst eine völlig neue Generation mit völlig neuen Ansprüchen heran. Die Arbeitswelt verändert sich radikal. Die Ausbildungen werden immer digitaler und wir Menschen haben höhere Anforderungen an unsere Jobs. Auf der einen Seite wollen wir nicht nur einfache Tätigkeiten, wie z. B. die Datenerfassung, erledigen, auf der anderen Seite steigen die Anforderungen an die Work-Life-Balance. Im Klartext: Wir wollen mehr Anspruch im Job bei mehr Freizeit und Freiheit.

Die kommende Generation hat einen immer höheren Anspruch an den Job. Der Beruf “Buchhalter” wird immer unattraktiver, da sein Image angestaubt ist. Menschen mit hohem Anspruch und digitalerer Ausbildung orientieren sich anders und fallen weg, Menschen mit einer weniger guten Ausbildung können die Arbeit nicht ausfüllen. Was bleibt ist ein immer stärkerer Fachkräftemangel an gut ausgebildeten Buchhaltern. Um diese zu gewinnen, müsst ihr euch als Unternehmen also etwas bieten, was Eure Konkurrenten nicht bieten können. Und dies ist – aufgepasst – nicht unbedingt ein besseres Gehalt.

Durch die Digitalisierung wird unsere Welt immer erreichbarer. Das Reisen kostet nur noch ein Bruchteil dessen, was es noch vor 20 Jahren gekostet hat. Auch in den entlegendsten Ecken der Welt gibt es immer mehr Breitband-Internetverbindungen. Dies bedeutet im Klartext: Mitarbeiter sind nicht mehr so sehr an feste Bürozeiten gebunden. “Flexzeiten”, “Home Office”, “virtuelle Büros” sind die Schlagwörter der Zukunft. Dies geht natürlich nur, wenn Euer Unternehmen so aufgebaut ist, dass sie diesen Ansprüchen gerecht werden kann.

Kernbereich 3: Geschäftsprozesse

Geschäftsprozesse verändern sich

Wisst Ihr, wieso Startups und moderne Firmen so schnell wachsen können? Weil sie ihre Geschäftsprozesse stetig neu definieren und immer weiter verbessern.

Wenn Sie Ihre Prozesse nicht an die Anforderungen des digitalen Zeitalters anpassen, gehen Sie unter! Das fängt von den Prozessen zur Kundengewinnung an. Habt Ihr schon mal einen Kunden über YouTube gewonnen? Habt Ihr eine Facebook-Seite, über die Ihr regelmäßig neue Anfragen bekommt? Moderiert Ihr  WhatsApp-Gruppen oder haltet Ihr Webinare? Wisst Ihr, wieviele Eurer Kunden bei einem Unternehmensverkauf tatsächlich etwas wert sind?

Wenn die Antwort nein lautet, sollten Ihr schleunigst etwas ändern. Die Digitalisierung hat viele neue Türen geöffnet und Wege bereitet Kunden zu gewinnen und diese an sich zu binden. Nutzt diese Wege und denkt dabei an die Zukunft. Ist Euer Unternehmen in der Lage, bei gleicher Mitarbeiterzahl zehn Mal so vielen Kunden in besserer Qualität Leistung zu erbringen?

Fazit

Man kann die Digitalisierung kritisch sehen, man kann sie gutheißen, nur eines sollte man nicht: Sie ignorieren.

Die Digitalisierung wird Euch in genau drei Bereichen treffen: Eure Kunden, Eure Mitarbeiter und deren Prozessen. Wenn Ihr überleben wollt, müssen Ihr:

1. neue Wege gehen Kunden zu gewinnen und zu halten

2. große Anstrengungen unternehmen gute neue Mitarbeiter zu finden und glücklich zu machen

3. Eure Geschäftsprozesse neu aufstellen, um sowohl Punkt 1 als auch Punkt 2 zu ermöglichen

Wichtig ist, dass Ihr es nutzt

Viel Erfolg!


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